Die Perseiden

Perseid vom 12. August 2015  MeixnerObservatorium
Perseid vom 12. August 2015 MeixnerObservatorium

Perseid August 2015

Perseid vom 12. August 2015     invertierte Aufnahme MeixnerObservatorium
Perseid vom 12. August 2015 invertierte Aufnahme MeixnerObservatorium
Perseiden Vorschaukarte
Perseiden Vorschaukarte
Perseus Aufsuchkarte   MeixnerObservatorium
Perseus Aufsuchkarte MeixnerObservatorium

Objektiv (Aufnahme): Canon EFS 18 - 55 mm Aufnahmekamera: Canon EOS 60Da;

Montierung: Skywatcher Staradventurer

Software: PI, Adobe Photoshop CS5

1 x 20 sec. Frame

12. August 2015 - 23.00 MESZ

Heimsternwarte , Wals, Salzburg, Österreich

 

Perseiden

 

Perseiden[1]
Aktivitätszeitraum 17. Juli – 24. August
Aktivitätsmaximum 12. August
Radiantenposition
des Aktivitätsmaximums
RA: 3h 12m
DE: +58°
ZHR 100
Populationsindex r 2,2
geozentrische Geschwindigkeit 59 km/s
 

 Die Perseiden [pɛrseˈiːdn̩] (Laurentiustränen, Tränen des Laurentius) sind ein jährlich in der ersten Augusthälfte wiederkehrender Meteorstrom, der in den Tagen um den 12. August ein deutliches Maximum an Sternschnuppen aufweist. Der Radiant, das heißt, der scheinbare Ursprung, dieses Stroms liegt im namensgebenden Sternbild Perseus.

Die erste überlieferte Beobachtung der Perseiden fand vor etwa zwei Jahrtausenden um 36 v. Chr. in China statt. Danach gab es Berichte aus Japan und Korea. In Europa stammt die erste bekannte Beobachtung aus dem Jahr 811. Aus dem Jahr 1762 stammt die erste bekannte schriftliche Überlieferung, aus dem Buch Introduction a la Philosophie naturelle vom niederländischen Naturforscher Pieter van Musschenbroeck, dass die erhöhte August-Meteoritenaktivität ein jährlich wiederkehrendes Ereignis ist. Er beschreibt, dass nach der Sommerhitze fallende Sterne in Belgien und den niederländischen Städten Leiden und Utrecht zu sehen sind. Im Jahr 1792 gibt es in der Pennsylvania-Zeitung National Gazette einen Artikel zu einer erhöhten Meteoritenaktvität am 15. August. Wortwörtlich heißt es: "in the month of August there are more meteors to be observed in the atmosphere, than at any other period of the year…." Der englische Naturforscher Thomas Forster schreibt in seinem Buch The Pocket Encyclopedia of Natural Phenomena für den 10. August des Jahres 1827: "Falling Stars and Meteors abound about this time of year.". [2] [3] Im Jahr 1835 verfasste der belgische Astronom und Statistiker Adolphe Quetelet einen schriftlicher Bericht über einen Meteoritenschauer im Sternbild Perseus. Er war damit der erste Astronom, der den Radiant des August-Meteoritenschauers mit dem Sternbild Perseus in Verbindung gebracht hat.[4][5]

 

Da das Erscheinen der Perseiden mit dem Fest des Märtyrers Laurentius am 10. August zusammenfällt, der im Jahre 258 das Martyrium auf einem glühenden Rost erlitt, werden sie im Volksmund auch Laurentiustränen oder Tränen des Laurentius genannt.

 

Ursprung und Auftreten

 

Das Sternbild Perseus kann am Nachthimmel folgendermaßen gefunden werden: von der fünf Mal verlängerten Hinterachse des Großen Wagens über den Polarstern bis zur Kassiopeia (Himmels-W) und dann im rechten Winkel nach rechts, auf etwa halbem Weg zur Capella im Fuhrmann.

 

 Die Perseiden bestehen aus den Auflösungsprodukten des Kometen 109P/Swift-Tuttle. Die Erde kreuzt auf ihrer Bahn immer um den 12. August die Staubspur, die dieser Komet im All hinterlassen hat. Die Staubteilchen treffen dabei mit hoher Geschwindigkeit auf die Atmosphäre und bringen die Luftmoleküle zum Leuchten. Die Sternschnuppe ist daher nicht das verglühende Staubkorn selbst, sondern wird durch das Rekombinationsleuchten der ionisierten Luft sichtbar.

 

Der gesamte Aktivitätszeitraum der Perseiden erstreckt sich vom 17. Juli bis zum 24. August. Die Zahl der Meteore wird immer dann größer, wenn die Erde auf ihrer Umlaufbahn der früheren Bahn des Kometen besonders nahekommt, wie es 1992 der Fall war. In den Jahren 1991 bis 1993 konnten Raten von über 350 Meteoren pro Stunde unter Idealbedingungen (ZHR) registriert werden.[6] Heutzutage erreicht der Meteorschauer ein Maximum von zirka 100 Meteoren pro Stunde.

 

Sichtbarkeit

 

Weil der Perseus zur Zeit des Maximums der Perseiden um etwa 6 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit (MESZ) kulminiert (er steht dann fast exakt im Zenit, es wird aber in den gemäßigten Breiten um 5 Uhr früh schon hell), liegt die beste Beobachtungszeit zwischen etwa 2 und 4  Uhr (Kassiopeia im Zenit, Perseus gegen Osten daneben) – dann sind fast alle Perseiden am Himmel zu sehen, und der sichtbare Nachthimmel ist auch der, der in Bewegungsrichtung der Erde liegt (also die Stoßfront in den Perseidenschwarm bildet). Auch in den Tagen davor und danach sind nach Mitternacht meist viele Perseiden-Schnuppen zu sehen.[7]

 

Weil die Zeit und Intensität des Optimums des Stroms so günstig mit der Zenitlage des Radianten zusammenfällt, gehören die Perseiden mit zu den eindrucksvollsten Schnuppenschwärmen und haben in der Geschichte einige Ausnahmeereignisse hervorgebracht. Wie bei jedem anderen Meteorstrom auch sollte man bei der Beobachtung der Perseiden eine möglichst dunkle Umgebung aufsuchen und vermeiden, direkt auf die Position des Radianten zu schauen. Stattdessen sollte die Blickrichtung 20 bis 40° abseits des Radianten liegen, da die Schnuppen mit zunehmender Nähe zum Radianten immer kürzer werden.[8]

 

Die Perseiden im Jahr 2013 hatten ihr Maximum am 12. August gegen etwa 19 Uhr MESZ. Zu diesem Zeitpunkt erreichten die Perseiden in der Spitze eine ZHR von etwa 140 Meteoren pro Stunde.[9]

 

Für 2015 wurde das Maximum am 13. August gegen 09:45 Uhr MESZ berechnet.[11] Die beste Beobachtungszeit ist in der zweiten Nachthälfte. Die Sichtbarkeit wird durch die abnehmende Mondphase (Neumond am 14. August) war begünstigt.

Quelle: Wikipedia