Nachruf auf Arnold Zenkert

Weltbürger in der DDR

 

 

 

Zum Tode von Arnold Zenkert, dem Gründer des Urania-Planetariums Potsdam

 

Winter 1986. Leiden für die Leidenschaft: Es war „eine saumäßig kalte Nacht“, erinnert sich Rolf König. Er und sein Mentor Arnold Zenkert seien steifgefroren „wie Eisblöcke“ von der Beobachtungsplattform im Neuen Garten herabgestiegen. Dabei war nichts Spektakuläres zu sehen, nur eine Mars-Opposition – der Mars stand gegenüber der Sonne und war gut zu beobachten. Aber König erinnert sich an die Begebenheit, denn er war gern an der Seite des Älteren. „Ich habe ihn sehr verehrt und viel von ihm gelernt“, bekennt der Nachfolger Zenkerts als Leiter des Potsdamer Planetariums. Es ist die praktische Astronomie, die Zenkert gut vermittelt, etwa Berechnungen darüber, wo man zu welcher Zeit welche Planeten beobachten kann. Die von Zenkert geschaffene drehbare Sternenkarte bekommt noch heute fast jeder Schüler in die Hand.

 

Arnold Zenkert, am 10. September 1923 in Steinschönau (Nordböhmen) geboren, war schon als Zwölfjähriger vom Universum fasziniert. Während es für die anderen Mitschüler nichts anderes gab als der Box-WM-Sieg von Max Schmeling, beobachtete Zenkert mit einer rußigen Glasscherbe seine erste partielle Sonnenfinsternis. Nach einem Geografie-Studium an der Pädagogischen Hochschule Potsdam gründete er 1963 die Astronomische Arbeitsgemeinschaft „Bruno H. Bürgel“. Potsdam ist die Stadt der Astronomie, aber hat kein Planetarium – so stichelte Zenkert die DDR-Oberen, bis diese nachgeben und im Neuen Garten das Planetarium „Bruno H. Bürgel“ etabliert werden kann. Das war nach dem Weltraumflug von Juri Gagarin „ein günstiger Zeitpunkt“ für die Gründung eines neuen Astronomischen Zentrums, dessen Leiter Zenkert von 1973 bis 1988 war, wie sein Sohn Guido Zenkert erläutert. Sein Vater, sagt er, war ein Weltbürger, was nicht immer einfach gewesen sei in der DDR. Noch heute gilt Zenkerts Buch über Sonnenuhren als Standardwerk zum Thema. Bekannt wurde er auch als Biograf des Potsdamer Astronomen und Schriftstellers Bruno H. Bürgel. Vor 14 Tagen haben Zenkert und König noch zusammengesessen und die neue Auflage der Biografie besprochen. Am 14. April ist Arnold Zenkert gestorben. König: „Er ist ganz friedlich eingeschlafen.“ Am Mittwoch, dem 24. April, wird Arnold Zenkert auf dem Neuen Friedhof beerdigt. Guido Berg

Für eine richtige Darstellung unserer Aufnahmen sollte der Monitor so kalibriert  sein das die Farbstufen schön getrennt angezeigt werden.
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